Welten erleben…

Donnerstag, 12 August 2010

Roula Rouge (Mathias Nolte)

Filed under: Beziehungen — bru @ 11:35

 

Verlag:  Deuticke im Zsolnay, Erscheinungsdatum:   März 2007, Seitenzahl:    365

 Inhalt

Jonathan Schotter, Mitte Vierzig, wohlhabend, frisch geschieden, landet nach seinem Jobverlust als Werbeagent in der Stadt Berlin. Dort beginnt er als Stadtstreicher herumzuirren, ohne grosse Erwartung an die Zukunft. Doch eines Tages trifft er in der S-Bahn Roula Rouge, eine junge, chaotische und rebellische Frau, die ihn sofort fasziniert. Sie jedoch schenkt ihm keine Beachtung, doch zum Glück von Jonathan, vergisst sie ihren Laptop. Er nimmt ihn mit zu sich nach Hause und beginnt das Leben der Roula Rouge zu erforschen. Er schafft es ein scheinbar zufälliges Treffen mit ihr zu arrangieren und schlussendlich kommt es so, wie es kommen muss: die beiden verlieben sich ineinander. Diese gegensätzliche Liebe birgt aber auch Ängste in sich, denn Jonathan muss ständig damit rechnen, dass sein „Social Engineering“ auffliegt.

Kommentar

Mathias Nolte hat mit seiner modernen Liebesgeschichte im Zeitalter des Computers einen spannenden Roman geschaffen. Das Werk ist spannend und packend bis zum Schluss und birgt auch einige Aspekte des Krimis in sich. Besonders die gegensätzlichen Charaktere zeichnen das Buch aus. Die rebellische Art von Roula und die ruhige Art von Jonathan, stellen neben dem grossen Altersunterschied den grössten Gegensatz dar. Diese extreme Darstellung der Personen, welche auch bei den Nebenpersonen auffällt, erscheint manchmal fast ein bisschen unrealistisch und unglaubwürdig. Die Personen sind aber sehr raffiniert dargestellt, jede mit ihren Eigenheiten, was das Ganze wieder spannender macht. Mit seinem hemmungslosen und lockeren Schreibstil wird die Geschichte zu einem kurzweiligen Leseerlebnis, welches wirklich zu empfehlen ist. Mathias Nolte hat viele Ausdrücke aus der Umgangssprache und aus diversen Sprachen Begriffe und Sprüche eingebaut, welche eine gewisse Abwechslung bringen. Die Handlung wird aus der Sicht von Jonathan in Ich-Form chronologisch geschildert. Dem Leser wird durch die Nachforschungen von Johathan teilweise auch Einblicke in die Vergangenheit der Roula Rouge gewährt. Dabei spielt auch die Ost- und Westtrennung Deutschlands eine Rolle, die in Zusammenhang mit der Geschichte von Roulas Vater steht. Ebenfalls sind versteckte Hinweise zur Vergangenheit des Autors eingebaut. Der zeitweise in der Schweiz lebende und arbeitende Schriftsteller Mathias Nolte bringt auch eigene persönliche Erfahrungen mit Schweizern in die Story ein. Besonders an solchen Stellen erkennt man, wie sehr sich der Autor mit dem Buch identifiziert hat. Vor allem die genaue Beschreibung von Zürich wirkt wahrheitsgetreu und emotional.

Wir würden das Buch sofort weiterempfehlen, da es mit seiner spritzigen Art eine sehr lebhafte Geschichte in sich birgt. Von der Thematik her ist das Buch nicht so hochstehend. Durch die klare Schreibweise wirkt es nicht zu anspruchsvoll und ist trotzdem sehr abwechslungsreich und spannend.

22.06.2009                                         Selina Weingartner, 4d /   Irene Wermelinger, 4d



Macho Man (Moritz Netenjakob)

Filed under: Beziehungen,Gesellschaft — bru @ 11:27

27.02.2009, Kiepenheuer & Witsch, 288 Seiten

 Inhalt

Seit 30 Jahren lebt der Nichtskönner Daniel Hagenberger als „Weichei“. Als sich seine Ex-Frau von ihm trennte, konnte er dies kaum verkraften, obwohl sie ihn schlecht behandelt hatte. Um die ganze Sache zu verarbeiten, reist er nach Antalya. Sein Freund ist dort Saison-Arbeiter in einem Hotel. Als er endlich aus dem Flugzeug aussteigen kann, geschieht ein Missgeschick nach dem anderen. Doch auf mysteriöse Weise lernt er eine bezaubernde und begehrte Frau namens Aylin kennen. Zudem ist sie eine in Deutschland wohnende Türkin. Doch kann eine solche Beziehung trotz kulturellen Problemen funktionieren?

Der Leser erfährt im Buch allerlei über kulturenübergreifende Beziehungen und die jeweiligen Schwierigkeiten. So verbindet der Autor Moritz Netenjakob eine spannende Fantasie-Geschichte mit wahrheitsgetreuen Fakten.

Kommentar

Unserer Meinung nach ist das Buch äussert eindrücklich gestaltet worden. Fantastisch von der erfundenen Geschichte, bis zum problematischen Inhalt.

Aylin, die Traumfrau, verliebt sich in den Loser Daniel. Anhand dessen sieht man, dass Moritz Netenjakob der Meinung ist, dass Gegensätze sich anziehen. Die Beziehung scheint mindestens während den Ferien in Antalya zu funktionieren. Dies wird mit romantischen Liebesszenarien aufgezeigt, bei welchen wir uns oft in dieselbe Situation wünschten.

Zurück in Deutschland wird Daniel mit der türkischen Kultur konfrontiert. Da die ganze Geschichte in der Ich-Erzählform geschrieben ist, wird man in dieselbe Situation hineingezogen. Somit erfährt man viel über die türkische Kultur und ihre Traditionen. Diese konnte Moritz Netenjakob äussert realitätsgetreu schildern, weil seine Frau Türkin ist und ihm so viele Informationen geben konnte. Wir vermuten, dass die Familie von Aylin anhand einer wirklich existierenden türkisch-deutschen Familie erfunden wurde. Die Familie von Daniel könnte ebenfalls real sein, denn Moritz Netenjakob ist nur ein wenig älter als Daniel selbst.

Der Schreibstil ist unserer Meinung nach pfiffig und witzig. Jedoch baut Moritz Netenjakob viele Tatsachen ein, was auch den ernsten Teil lesenswert macht. Mit diesem Gemisch bringt er den nötigen Lesedrang auf, damit man das Buch nicht mehr weglegen kann. Es ist im Allgemeinen sehr jugendlich und umgangssprachlich geschrieben – deshalb ist es auch für diese Lesegruppe gedacht. Aber um den Schreibstil wirklich wahrnehmen zu können, muss man sich selber „einlesen“.

Wir finden das Buch sehr empfehlenswert und raten allen, sich das Buch auszuleihen und sich von ihm fesseln zu lassen.

22.06.2009                                                             Manuel Grossmann, 4D / Damian Gschwend,  4D



Tochter des Meeres (Metin Arditi)

Filed under: Beziehungen,Psychologisches — bru @ 10:11

 

Hoffmann und Campe, erschienen am 16.2.2009, 265 Seiten, gebunden

aus dem Französischen von Claudia Steinitz

Inhalt                                                                                                                 

Im Buch „Tochter des Meeres“ geht es um die Geschichte eines jungen Mädchens, das mit seiner Familie auf der Insel Spetses in Griechenland lebt. Es wirkt wie eine Familienidylle: Die Brüder Spiros und Nikos Louganis kamen auf die Insel, fanden Arbeit, heirateten. Sie bauten sich ein Haus, wo nun beide Familien übereinander leben. Nikos und seine Frau bekamen einen Sohn, Aris, Spiros und seine Frau bekamen eine Tochter, Pavlina. Doch was nur Spiros’ Frau und Nikos wissen: Pavlina ist nicht die Tochter von Spiros, sondern von Nikos. Kurz nachdem das bekannt wird, sterben Spiros und Nikos bei einem Fischerunfall wegen Dynamit – die Lunte war zu kurz. Zuerst hält man es für einen Unfall, doch dem Leser wird ziemlich schnell klar, dass es sich um einen Mord und einen Selbstmord handelt. Fünf Jahre später verliebt sich Pavlina in ihren Cousin, Aris. Sie wird schwanger von ihm, muss aber das Kind zur Adoption freigeben.  Das Drama nimmt seinen Lauf.

Kommentar

Zu Beginn des Buches werden sehr viele Informationen geliefert. Die ungewöhnlichen griechischen Namen machen es noch schwieriger, diese verknüpfen zu können. Die Handlungen von einigen Personen werden teilweise nicht erklärt und bleiben deshalb bis zum Schluss unverständlich. Zum Beispiel erfährt man nie, warum Spiros sich auf eine bloße Ahnung hin entschließt, das Leben seines Bruders zu beenden und so zwei Familien den Vater nimmt. Jedoch erhält der Leser dank des auktorialen Erzählstils viele Informationen, die die Hauptperson Pavlina erst später oder gar nicht erfährt. Im zweiten Teil der Handlung versucht Pavlina verzweifelt ihre Tochter wieder zu finden. Es kommen keine neuen Handlungsstränge mehr dazu. Ihre Versuche und Wünsche werden sehr ausführlich beschrieben. Die Geschichte dreht sich ebenso im Kreis wie Pavlinas Gedanken, der Leser wird immer wieder mit derselben Situation konfrontiert. Dies kann als ein Versuch von Arditi gedeutet werden, Pavlinas Verlust für den Leser verständlich zu machen, was aber nicht immer zu gelingen scheint. Dazu, dass der Leser nicht gut mitfühlen kann, kommt aber noch die Eintönigkeit des Textes, der das Lesen deutlich erschwert und dazu führen könnte, dass manche Leser das Buch im zweiten Teil als ermüdend betrachten. Wegen des zweiten eher langatmigen Teils empfehlen wir das Buch nur bedingt. Den ersten Teil fanden wir jedoch spannend. Wer sich an die Herausforderung wagen möchte und über genügend Ausdauer verfügt, wird „Die Tochter des Meeres“ sehr gerne lesen.

2009        Jana Bärenbold 4B / Livia Müller 4B



Mängelexemplar (Sarah Kuttner)

Filed under: Beziehungen,Psychologisches — bru @ 9:53

 

S. Fischer Verlag Frankfurt, März 2009, 256 Seiten

 Inhalt

Karo Hermann, klug und liebenswert, aber auch frech, provokativ und chaotisch, sitzt vor ihrem neuen Psychiater, der ihr ganz gelassen ins Gesicht sagt, dass eine Depression „ein fucking Event“ ist. Wie in einer Castingshow kommt sie sich vor und gibt alles, um in den Recall eingeladen zu werden, denn sie braucht diese Therapie unbedingt und auch die Anti-Depressiva, die der Psychiater ihr verschreiben kann.

Rückblickend erzählt Karo ihre Geschichte, wie sie vor einem Jahr begonnen hat. Angefangen beim Verlust ihres Jobs, bis hin zum liebeskummergeplagten Alltag einer zu Depressionen neigenden jungen Frau. Erst macht sie Schluss mit ihrem Freund, zu dem sie eigentlich nie gepasst hat. Doch als sie merkt, dass er mit der Trennung ganz einverstanden ist, möchte sie ihre Entscheidung am liebsten wieder rückgängig machen.

Karo fällt in ein tiefes Loch, aus der nur ihre Mutter und Anette, ihre Psychotherapeutin, ihr helfen können. Eine Panikattacke nach der anderen überkommt sie und nimmt das Leben der eigentlich recht lebensfrohen jungen Frau ein.

Kommentar

Das Buch beginnt für den Leser mit einem Sprung ins kalte Wasser. Man wird sofort mit allen Problemen von Karo konfrontiert. Man fühlt von Anfang an mit ihr, ist aufgewühlt, traurig und dann wieder erschrocken. Karo verkörpert in Sarah Kuttners Debütroman die Hauptperson. Im Zentrum stehen ihre Ängste und Depressionen, die ihr Leben immer mehr auf den Kopf stellen. Sarah Kuttner greift damit ein sehr heikles und ernstzunehmendes Thema auf, übermittelt diese Angstzustände aber aus der Perspektive von Karo in einer selbstironischen Art und Weise.

Bei der Darstellung der Hauptfigur fallen gewisse autobiografische Parallelen zur Autorin auf. Aber wer das Buch liest, kann sich in vielen Situationen auch mit Karo identifizieren, wenn er will. Da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, wird einem das sehr leicht gemacht.

Depressionen, Angst und Verzweiflung stehen im Mittelpunkt der ganzen Handlung. Jedoch wird gibt Karo auch die Sexualität einen sehr hohen Stellenwert. Karo hat eine sehr seltsame Vorstellung über Liebesbeziehungen. Sie glaubt, dass nach jeder ernsthaften Beziehung eine Übergangsbeziehung nötig ist, bevor man wieder bereit ist, sich zu binden. Eine Übergangsbeziehung definiert sie jedoch nur als Bettgeschichte.

Das ganze Buch ist auf einer selbstironischen Ebene geschrieben. Karo personifiziert oft Dinge wie zum Beispiel ihre eigene Wohnung oder spricht mit sich selbst. Durch dies wird dem Buch eine spezielle, aber lustige Note gegeben.

Der Titel „Mängelexemplar“ ist weniger unpassend, da das Wort im Buch nur in einem einzigen Satz gegen Ende erwähnt wird. Mit dem Titel ist Karo als Mängelexemplar gemeint, mit all ihren Macken.

Das Cover hinterlässt beim Leser einen bleibenden Eindruck. Es zeigt ganz einfach, aber eindrücklich wie sich bei Depressionen ein Riss durchs Leben zieht.  Die Sicherheitsnadel versucht zu zeigen, wie Karo ihr Leben auf die Reihe kriegen will und somit jedes einzelne Puzzlestück ihres Lebens zusammenheften muss.

Es ist eine Geschichte über eine ernstzunehmende Krankheit, welche mit einer tollen Komik erzählt wird. Frech erzählt Kuttner das Gefangensein von Karo in sich selbst. Eine aussergewöhnliche Geschichte über eine aussergewöhnliche Frau, welche sich trotz vieler Tiefschläge mit der Krankheit auseinandersetzt und langsam mit der Depression umzugehen lernt.

Auf jeden Fall ist „Mängelexemplar“ sehr lesenswert für alle, die eine emotionale Herausforderung suchen.

22.06.2009             Laura Beck, 4d / Perrine Felder, 4d



Von nun an für immer (Dorothy Koomson)

Filed under: Beziehungen,Familie,Psychologisches — bru @ 9:43

 

Verlag: Ullstein, Erscheinungsdatum: 2006, Seitenzahl: 520, Übersetzt aus dem Englischen

Inhalt:
Kamryn schlüpfte vorsichtig ins Bett um nichts vom Tablett zu stossen, dann trank sie Champagner und riss die Glückwunschkarten auf wie ein kleines Kind. Ohne zu überlegen öffnete sie auch die nächste Karte, die überraschend von ihrer Freundin Adele kam.

Del ist todkrank, sie bittet Kam, sich um Tegan, ihre kleine Tochter zu kümmern und dabei die freundschaftszerreisende Vergangenheit ein Stück weit zu vergessen.

Zuerst von Wut und Trauer geschockt, möchte Kam Tegan keinesfalls adoptieren, doch besucht sie die beiden, erkennt sie die Not und versucht alles zu machen, um Del die letzte Reise zu verschönern.

Als Del kurz darauf und doch irgendwie unerwartet stirbt, packt Kam ihre neue Aufgabe.

Durch die Adoption von Tegan wird sie tagtäglich mit der Vergangenheit, dem Betrug ihrer besten Freundin mit ihrem damals Verlobten Nate, konfrontiert.

Nate beizubringen, dass Tegan seine Tochter sei und selbst mit diesem grossen Brocken fertig zu werden, nimmt Kamryn alle Kraft. Mit Hilfe von Luke kämpft sich Kamryn ins Glück.

Kommentar:

Das Buch war von Anfang an sehr spannend. Die beeindruckende Geschichte, dieser bewegende Schicksalsschlag und dieser steinige Weg, hat uns sehr mitgerissen.

Das Buch hat einige Fragen aufgeworfen, die ganze Geschichte wirkte sehr real. Es ist keine typische schnulzige Liebesgeschichte. 

Aufgefallen ist uns, dass es oftmals grosse Zeitspünge in einem Kapitel gab, von einem Abschnitt zum nächsten sind teilweise Tage bis sogar Monate vergangen. Besonders am Schluss werden ganze 16 Monate übersprungen und doch wird die vergangene Zeit sehr genau und wieder hervorgeholt.

Wir fanden, dass der letzte Teil ziemlich lang gezogen wurde, eine Zeit lang wollte man unbedingt das Ende wissen, vor allem da man nie wusste wie sich Kamryn entscheiden würde, für ihren Ex-Liebhaber Nate oder für die neue Liebe Luke. Manchmal hatte man das Gefühl das Resultat sei sonnenklar, doch es wurde immer wieder anders.

Für das Buch braucht man ein wenig Geduld, denn es hat 520 Seiten.

Datum: 25.6.2009                                                                                                          Vera Kunz, Carmen Bättig



Von ihm für immer (Helga Gunerius Eriksen)

Filed under: Beziehungen,Familie — bru @ 9:33


Verlag: Oetinger, Erscheinungsjahr: 2009, 159 Seiten

Zusammenfassung:
In diesem Buch geht es um Donna, die in ihren Ferien auf Mallorca ungewollt schwanger wird. Ursprünglich plante sie mit ihren Freunden und deren Familie, die Zwillinge Frida und Fred in den Urlaub zu gehen. Mit ihren eigenen Eltern wollte sie nicht verreisen, weil sie mit ihnen fast keinen Kontakt mehr hat und das Verhältnis überhaupt nicht gut war. Ihre Mutter ist in der Psychiatrie und ihr Vater ist Alkoholiker. Daher lebt sie bei ihrer Tante M. Es war nicht ihre richtige Tante, aber jeder nannte sie so. Sie hatten niemand sonst, ausser einander. Donna kam aus Norwegen und war deswegen eher blass. Auch in den Ferien konnte sie sich dieser Hautfarbe nicht entledigen, aber wahrscheinlich war dies auch ein Grund dafür, warum ein Mann sie so attraktiv fand. Sie lernte José kennen und war gleich unsterblich in ihn verliebt. Jede Nacht schlich sie sich fort zu ihm nach Hause, um bei ihm zu sein. Die Nächte waren stets aufregend für sie, aber einmal passierte ein Unfall und das Kondom platzte. Seitdem ist sie von ihm schwanger, ist aber überzeugt, dass er nichts davon wissen darf. Er könnte es nicht finanzieren, denkt sie, er ist doch ein Student in Barcelona. So behält sie das Geheimnis bis ans Ende des Buches, die Wahrheit kam nie ans Licht. Am Schluss jedoch entscheidet sich Donna, ihr Kind zu behalten und nicht zur Adoption freizugeben. Sie gab ihrer Tochter den Namen nach deren Vater, Josephina.

Kommentar:
Wir finden das Buch nicht sonderlich lesenswert. Das Buch ist eintönig und viel zu übersichtlich geschrieben. Der erste Eindruck des Buches war jedoch interessant, hielt aber nur bis zu den ersten zwei Kapiteln an. Weil der Schreibstil stets weitergeführt wurde, wirkt das Buch sehr langweilig und monoton.
Wir haben dieses Buch gewählt, da uns die ersten zwei Seiten sehr fasziniert haben und da das Thema „ungewollt schwanger werden“ immer noch ein aktuelles Thema in unserer Gesellschaft ist und auch bleiben wird.
Larissa Schürch, Vanessa Fessler



Pension Eva (Andrea Camilleri)

Filed under: Beziehungen,Gesellschaft — bru @ 7:28

 

Buchverlag:  Kindler/Rowohlt   1. Auflage März 2008

175 Seiten (deutsche Fassung), Übersetzt aus dem Italienischen von Moshe Kahn

Inhalt:

Das Buch „Die Pension Eva“ ist einer der wenigen Romane vom sonstigen Krimiautor Andrea Camilleri. Der Roman behandelt den Lebensausschnitt vom 12 bis zum 18. Lebensjahr einesJungen aus Vigàta auf der Insel Sizilien. Der. Autor beschreibt darin das sexuelle Erwachen der jungen Hauptperson Nenè und seiner zwei besten Freunde. Dabei spielt das Bordell „Pension Eva“ eine grosse Rolle, und zwar nicht nur in sexueller Hinsicht. Als der Vater von Nenès Freund das Bordell übernimmt, verbringt er viele Stunden bei den Frauen, allerdings nicht nur um mit den Frauen zu schlafen, sondern vor allem um von ihrer grossen Lebenserfahrung zu lernen, die sie von ihren Reisen durch die verschiedenen Bordelle Italiens bekommen haben. Auch der 2. Weltkrieg beeinflusst die Entwicklung von Nenè. Denn er lernt im Krieg, auf sich allein gestellt zu sein und sich durchs Leben zu schlagen.

Kommentar:

Wir finden, dass das Buch eine gelungene Erzählung von der Entwicklung Nenès ist, der wegen einem Erlebnis mit seiner Cousine Angela einen sexuellen Minderwertigkeitskomplex erlitt. Andrea Camilleri geht mit der sexuellen Entwicklung von Nenè einfühlsam um, als wäre es seine eigene, auch wenn teilweise etwas übertrieben wird und somit auch die Erzählung dadurch manchmal etwas unrealistisch wirkt. Dieses Unglaubwürdige macht die Geschichte hingegen auch spannend. Der Verlauf der Geschichte ist unberechenbar und es passieren oft unerwartete Dinge, z.B. der vorgetäuschte Mord am Freund einer Prostituierten.

Der Schreibstil ist, bis auf wenige Ausnahmen, wo mit Metaphern umschrieben wird, was in der Pension Eva geschieht, sehr direkt. Zudem ist das Buch sehr kurzweilig zu lesen und es gibt keine künstlich in die länge gezogenen Szenen. Trotzdem bringt der Autor jede Szene authentisch rüber.

Das Buch ist sehr lesenswert, für alle, die eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Geschichte lesen wollen, die auch nicht zu lange ist. Der Autor hat die seltene Fähigkeit, mit seiner Art zu erzählen, einen in den Bann zu ziehen, so dass man das Buch nicht mehr weglegen will. Dies vor allem auch wegen seiner Kurzweiligkeit und der vielen Kurgeschichten der Pension Eva, die im Verlaufe der ganzen Geschichte erzählt werden.


Tochter des Meeres (Metin Arditi)

Filed under: Beziehungen,Familie — bru @ 6:46

Arditi_Metin_Tochter_des_Meeres_2009

Verlag: Hoffmann und Campe, Erscheinungsjahr: Februar 2009, Seitenzahl: 256
Übersetzt aus dem Französischen von Claudia Steinitz

Inhalt

Die junge Näherin Pavlina lebt auf der griechischen Insel Spetses, wo sie mit ihrem Cousin Aris ein Touristenboot besitzt und damit ihr Geld verdient. Doch ihr Leben ist nicht so schön und paradiesisch, wie es scheint.
Die Schicksalsschläge nehmen schon früh ihren Lauf. Zuerst stirbt ihr Vater zusammen mit seinem Bruder, was den Anschein hat, ein Unfall zu sein. Die Liebe zu ihrem Cousin Aris wird immer grösser, obwohl sie weiss, dass er homosexuell ist und ihre Liebe nie erwidern würde. Als sie schliesslich ein Kind von ihm erwartet und er sich umbringt, stellt sich heraus, dass es ihr Bruder war. Er bringt sich wegen vieler Probleme im Liebesleben um.
Pavlinas Mutter und der Pfarrer drängen sie, dass sie ihr Kind zur Adoption freigibt. Ohne gross zu überlegen, willigt sie ein, bereut es jedoch gleich nach der Geburt. All das ist noch nicht genug. Als sie dann, im zweiten Teil des Buches, vor ihren Problemen in die Schweiz flüchtet, stirbt ihre Mutter in Spetses. Sie hat alles verloren, doch ihre Tochter will sie wiederfinden. Eine endlose Suche beginnt.

Kommentar

Unserer Meinung nach hat Metin Arditi das Buch sehr spannend und lebensnah geschrieben. Mit Hilfe der vielen Rückblenden, die er eingebaut hat, wird dem Leser die Vorgeschichte von Pavlina nähergebracht und man versteht erst dadurch, wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte. Die Sprünge regen zum Mitdenken an und genau dies ist so packend. Wir finden auch, dass die verstrickte Familiengeschichte das Buch eindrücklicher macht. Zuerst hat es den Anschein, dass es sich um eine normale Familie mit Cousin, Onkel und Vater handelt, doch dann erfährt man, dass alles viel komplizierter ist und Pavlina die Schwester und nicht die Cousine von Aris ist. Die Figuren im Buch wissen dies aber nicht, nur der Leser erfährt es durch den auktorialen Erzähler. Die Ereignisse spitzen zu, Pavlina gibt ihr Kind zur Adoption frei und eine fesselnde Suche beginnt. Der Autor schildert diese Suche sehr berührend, man kann sich in Pavlina hineinfühlen und spürt ihre innere Verzweiflung. Ihre Gedanken und Gefühle werden so präzise beschrieben, dass es uns so vorkam, als ob wir selbst auf der Suche nach unserem verlorengegangenen Kind sind.
Der Autor stellt die Lage von Pavlina verstärkt durch einen Ortswechsel dar. Der kulturelle Wechsel von der sonnigen Insel auf Griechenland nach Genf in der Schweiz ist sehr passend zu ihrer Lebenssituation. Ihre sonnige Zeit ist vorbei, jetzt ist alles grau und ihre zwei grössten Lieben, Aris und ihre Tochter, sind weg.
Wir finden auch, dass die Geschichte durch das offene Ende spannender wirkt. Jeder kann sich die Geschichte selber zu Ende denken. Wir können das Buch wirklich weiterempfehlen.

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Die Frau im Mond (Milena Agus)

Filed under: Beziehungen — bru @ 6:37


Verlag: Hoffmann und Campe, Erscheinungsjahr: August 2007

Seiten: 135 Seiten, Übersetzt von Monika Köpfer

Inhalt:

Die Geschichte spielt auf Sardinien. Die im Buch namenlose Enkelin erzählt aus dem Leben ihrer ebenfalls namenlosen Grossmutter. Obwohl ihre Grossmutter eine attraktive Frau war, fand sie zu Beginn der Geschichte keinen Ehemann.

Sie wurde unglücklich mit einem Kriegswitwer verheiratet. Sie behandelten sich gegenseitig wie zwei fremde Leute und schauten sich kaum an. Wegen ihrer Nierensteine musste sie aufs Festland zu einer Thermalkur. Dort traf sie die langersehnte Liebe ihres Lebens. Mit dem Reduce, wie sie ihn nannte, konnte sie auf Anhieb über alles reden. Er war ihr so nah, wie kein anderer Mann zuvor. Nach der Kur verloren sie sich aus den Augen. Neun Monate später kam ein Kind zur Welt. Die Grossmutter fing an, ihre grosse, verlorene Liebe aufzusuchen.

Zitat aus dem Buch:

„Falls ich dich nie kennenlernen sollte, lass mich wenigstens spüren, wie sehr ich dich vermisse.“

 Kommentar:

Uns hat das Buch nicht wirklich überzeugt, da es in einer sehr schwierigen Erzählform (die Enkelin-Grossmutterform) geschrieben ist. Es war nicht leicht sich ins Buch einzulesen, weil zu viele verschiedene Orte erwähnt wurden. Die Szene, wie der Reduce und die Grossmutter miteinander umgingen, war hingegen sehr schön. Die Beschreibung der Menschen und Orte sind sehr detailliert und anziehend bzw. abweisend. Wir können nicht wirklich nachvollziehen, wie man bei diesem Buch Augenwasser bekommen kann, was auf der Rückseite versprochen wird. Schade war, dass der Reduce sie nicht gesucht hatte, wenn sie ihm wirklich etwas bedeutet hätte. Da das Bild auf der Titelseite sehr romantisch und harmonisch aussieht, haben wir uns für dieses Buch entschieden.

 25.6.2009                                                                  Fabienne Stutz & Chantal Frei, F1A
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