Verlag: Deuticke im Zsolnay, Erscheinungsdatum: März 2007, Seitenzahl: 365
Inhalt
Jonathan Schotter, Mitte Vierzig, wohlhabend, frisch geschieden, landet nach seinem Jobverlust als Werbeagent in der Stadt Berlin. Dort beginnt er als Stadtstreicher herumzuirren, ohne grosse Erwartung an die Zukunft. Doch eines Tages trifft er in der S-Bahn Roula Rouge, eine junge, chaotische und rebellische Frau, die ihn sofort fasziniert. Sie jedoch schenkt ihm keine Beachtung, doch zum Glück von Jonathan, vergisst sie ihren Laptop. Er nimmt ihn mit zu sich nach Hause und beginnt das Leben der Roula Rouge zu erforschen. Er schafft es ein scheinbar zufälliges Treffen mit ihr zu arrangieren und schlussendlich kommt es so, wie es kommen muss: die beiden verlieben sich ineinander. Diese gegensätzliche Liebe birgt aber auch Ängste in sich, denn Jonathan muss ständig damit rechnen, dass sein „Social Engineering“ auffliegt.
Kommentar
Mathias Nolte hat mit seiner modernen Liebesgeschichte im Zeitalter des Computers einen spannenden Roman geschaffen. Das Werk ist spannend und packend bis zum Schluss und birgt auch einige Aspekte des Krimis in sich. Besonders die gegensätzlichen Charaktere zeichnen das Buch aus. Die rebellische Art von Roula und die ruhige Art von Jonathan, stellen neben dem grossen Altersunterschied den grössten Gegensatz dar. Diese extreme Darstellung der Personen, welche auch bei den Nebenpersonen auffällt, erscheint manchmal fast ein bisschen unrealistisch und unglaubwürdig. Die Personen sind aber sehr raffiniert dargestellt, jede mit ihren Eigenheiten, was das Ganze wieder spannender macht. Mit seinem hemmungslosen und lockeren Schreibstil wird die Geschichte zu einem kurzweiligen Leseerlebnis, welches wirklich zu empfehlen ist. Mathias Nolte hat viele Ausdrücke aus der Umgangssprache und aus diversen Sprachen Begriffe und Sprüche eingebaut, welche eine gewisse Abwechslung bringen. Die Handlung wird aus der Sicht von Jonathan in Ich-Form chronologisch geschildert. Dem Leser wird durch die Nachforschungen von Johathan teilweise auch Einblicke in die Vergangenheit der Roula Rouge gewährt. Dabei spielt auch die Ost- und Westtrennung Deutschlands eine Rolle, die in Zusammenhang mit der Geschichte von Roulas Vater steht. Ebenfalls sind versteckte Hinweise zur Vergangenheit des Autors eingebaut. Der zeitweise in der Schweiz lebende und arbeitende Schriftsteller Mathias Nolte bringt auch eigene persönliche Erfahrungen mit Schweizern in die Story ein. Besonders an solchen Stellen erkennt man, wie sehr sich der Autor mit dem Buch identifiziert hat. Vor allem die genaue Beschreibung von Zürich wirkt wahrheitsgetreu und emotional.
Wir würden das Buch sofort weiterempfehlen, da es mit seiner spritzigen Art eine sehr lebhafte Geschichte in sich birgt. Von der Thematik her ist das Buch nicht so hochstehend. Durch die klare Schreibweise wirkt es nicht zu anspruchsvoll und ist trotzdem sehr abwechslungsreich und spannend.
22.06.2009 Selina Weingartner, 4d / Irene Wermelinger, 4d








