
Verlag:Goldmann, Erscheinungsdatum: März 2009, Seitenanzahl:316, Sprache: Deutsch
Inhaltsangabe
Der ehemalige Verlagslektor Jan Haigerer, der als Journalist und Gerichtsreporter arbeitet, schiesst eines Abends einen ihm unbekannten Mann in einem Nachtclub nieder. Kurz darauf stellt er sich der Polizei. Bei der Polizei wird er aufgrund seines beharrlichen Geständnisses inhaftiert und in die Isolationshaft gebracht. Bei den Prozessen vor Gericht will ihm jedoch keiner glauben, da seine Pressekollegen hinter ihm stehen und nicht einmal die Polizei ihm glaubt, da er kein erkennbares Motiv hat und über sein Motiv nichts aussagen will. In den langen Prozessen wird sein Leben immer wieder durchforscht, um das Motiv für den Mord zu finden.
Rezension
Die ganze Geschichte ist in einem gut lesbaren Stil geschrieben und es fehlt nicht an Sprachwitz, Vergleichen oder Metaphern. Die Handlung hat uns gut gefallen, da der Autor die schwierige Aufgabe, einen spannenden Krimi zu schreiben, in dem der Täter von Anfang an bekannt ist, hervorragend gemeistert hat. Am Ende wird es bei der Suche nach dem Motiv sehr spannend.
Sehr gut fanden wir, dass man über das Leben der Hauptperson erst während dem Prozess mehr erfährt und sich dadurch mit Geschehnissen in seinem Leben selbst ein mögliches Motiv zusammenreimen kann. Das regt zum Lesen an, da man gespannt darauf ist, welches das richtige Motiv ist, da immer mehr Informationen, aber auch Fehlinformationen aufkommen.
Der Anfang ist ziemlich kurz gehalten und beschränkt sich auf die wichtigsten Ereignisse, wie zum Beispiel den Mord. Der Mittelteil hingegen ist eher langatmig geschrieben und spiegelt die Haftbedingungen wider, die im Buch auch mit der „Schachnovelle“ von Stefan Zweig verglichen werden.
Sehr passend finden wir den Titel, der genau die Frage beantwortet, die den Leser die ganze Geschichte über beschäftigt. Der Titel ist eine Anspielung auf das Verhalten von Haigerer: Während des ganzen Prozesses beantwortet Haigerer die Frage nach dem Motiv immer wieder mit: „Darum“.
Der Korkenzieher auf dem Titelbild passt sehr gut zur Geschichte, da sich die Verhörmethoden wie ein Korkenzieher in sein Leben bohren. Ausserdem trinkt die Hauptfigur sehr oft und am liebsten einen österreichischen Wein, namens „blauer Zweigelt“.
In der Geschichte hängt also sehr vieles zusammen, was zusätzlich noch Spannung übermittelt. Man wird richtig zum Denken angeregt und kann fast nicht mehr aufhören zu lesen.
